Die Serfauser Pfarrkirche

Pfarrkirche Ortszentrum Serfaus

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

 

Die jetzige Pfarrkirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut und im Jahre 1516 eingeweiht. Sie war ursprünglich in gotischem Stile erbaut. Der untere Teil der Kirche und die Fenster waren ganz aus Tuffstein gehauen. Auch die Gewölbe trugen eine äußerst wirkungsvolle Tuffbekleidung. 1766 wurde die Kirche barockisiert, wodurch sie ihre ursprüngliche Schönheit verloren hat. Die spätgotische Architektur der Kirche wurde zerstört, die sehr schöne Tuffbekleidung in den Gewölben abgelöst und dafür Deckengemälde geschaffen. Die Gemälde stammen von Philipp Greil aus Prutz.

Die Ausführung ist sehr schwungvoll und für die Barockzeit charakteristisch. Im Presbyterium ist die Anbetung des Namens Jesu dargestellt. Im Schiff ist als Hauptbild die Himmelfahrt Mariens zu sehen, links und rechts zwei Paare musizierender Engel. Das zweite Bild stellt den hl. Josef dar als zweiten Patron der Kirche und als besonderen Patron der Jesus-Maria- und Josef-Bruderschaft, deren Zettel er austeilt. Zugleich erscheint der hl. Josef als Schutzpatron der Sterbenden. Die Figuren sollen nach einer alten Aufzeichnung Pfarrer Vergehrer, Kooperator Sailer und damalige Serfauser porträthaft darstellen. Rechts und links des Gemäldes sind wieder Engelpaare, die die Werkzeuge des Zimmermannshandwerkes tragen. Die Altäre der Kirche wurden in den Jahren 1796 und 1797 aufgestellt. Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche im Stil der Nazarener renoviert und neue Fenster eingesetzt. Das Hauptziel der Nazarener war, die religiöse Malerei durch sittlich strengen Lebenswandel zu erneuern. Das bedeutete, dass von den Bildern manches übermalt und vieles von der Fröhlichkeit und Heiterkeit des Barocks verschwand. Bei der letzten Renovierung 1967 und 1968 wurden alle Bilder gereinigt und aufgefrischt, übermalte Teile wurden wieder erneuert, so im Gewölbebild des Presbyteriums. An der Brüstung der Empore wurden die Darstellungen der Bischöfe Borromäus und Nikolaus freigelegt. Die Fenster wurden barockem Stil entsprechend erneuert. Die Außenrenovierung brachte an der Südseite ein Christophorusbild zutage, das aus dem 15. Jahrhundert stammen dürfte. Durch einen späteren Fensterdurchbruch wurde ein großer Teil des Freskos vernichtet. Insgesamt erhielt die Kirche durch die letzte Renovierung ihre barocke Pracht und Feierlichkeit wieder zurück. Der Kirchturm ist freistehend und in Tirol wohl der einzige seiner Art. Er ist auf einem Felsen errichtet und hat sehr starke Mauern aus Tuffstein. Der obere Teil ist in strengem gotischen Stil gehalten. Der Überlieferung zufolge ist er an der Stelle eines ehemaligen römischen Wachturms erbaut.

Text: Tourismusverband Serfaus & HJA Wuppertal