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Serfaus von Gestern bis Heute


Serfaus liegt auf der sog. Sonnenterasse, umgeben von so eindrucksvollen Gebirgsmassiven wie Silvretta, Fernerwallgruppe, Allgäuer-, Lechtaler- und Ötztaler Alpen sowie der Ortler- und  der Berninagruppe. Alleine schon aus dieser Aufzählung ist die einmalig schöne Lage und das eindrucksvolle Panorama zu ersehen, das den Gast hier erwartet.

Das Antlitz dieser Landschaft verändert sich zwar je nach Jahreszeit, aber immer ist dieser Ort mit seinen Gegensätzen - auf der einen Seite modern und zeitgemäß, auf der anderen Seite alt und ehrwürdig - einen Besuch wert. Die wunderschönen rätoromanischen Bauernhöfe mit ihren mächtigen Haustoren und herausragenden Backöfen erzählen von alteingesessenem, in den Traditionen vieler Jahrhunderte verwachsenem Bauerntum. Dies steht in reizvollem Gegensatz zum modernen Geschäftsleben und zu komfortablen Hotels, in denen der Gast liebevoll und mit der traditionellen Gastfreundlichkeit des Oberinntals umsorgt wird.

Und es kommen viele Gäste nach Serfaus und Hochserfaus. Das liegt nicht zuletzt auch an dem ganz besonders günstigen Klima. Es gibt auf der ganzen Nordseite der Alpen kaum einen Ort mit mehr Sonnenstunden im Jahr und nicht umsonst wird das Serfauser Klima als Kurklima bezeichnet.

 Dies gilt auch und vor allem für die Wintermonate, in denen sich rings um Serfaus eine solide Schneedecke erstreckt. Kein Wunder, dass bei solchen Schneeverhältnissen und strahlender Sonne viele Gäste einen Wintersporturlaub mit einem Kuraufenthalt kombinieren.

Bereits aus der Bronzezeit gibt es Zeugnisse dafür, dass das Gebiet um Serfaus, also der Bezirk Landeck, besiedelt war. Viele Völker wie Kelten, Etrusker, Veneter und Römer, haben hier ihre Spuren hinterlassen. Letztere bauten hier Straßenverbindungen nach Italien aus, die noch heute ihre Bedeutung haben.

Die älteste urkundliche Form des Namens Serfaus lautet Sarvus und stammt aus dem Jahre 1200. Der Name entstand vermutlich aus dem Lateinischen  „supra fauces“, was soviel wie „über den Schluchten“ bedeutet. Nichts könnte die einmalige Lage des Ortes besser beschreiben.

Eine Besonderheit sind die alten, rätoromansichen Bauernhäuser. Es handelt sich dabei um so genannte Seitenflurhäuser. Die Häuser selbst sind gemauert, seitlich und auf Schrägstützen tritt der Backofen aus der Hauswand hervor wie eine Art Erker. Große,  ausladende Dächer mit oft sehr schön geschnitzten Sparren krönen diese eindrucksvollen, alten Häuser. Die Wirtschaftsgebäude sind zwar separat und aus Holz gebaut, stoßen jedoch mit ihrer Giebelwand direkt an die rückwärtige Giebelwand des Wohnhauses. Ins Haus gelangt man meist durch ein großes Rundtor durch das früher die Heuwagen durch den Flur des Wohnhauses direkt in die Tenne fahren konnten.

Einer der sehenswertesten alten Höfe dieses Stils ist der Hof von St. Georgen. Hofbesitzer war seit dem 16. Jahrhundert das Serfauser Geschlecht der Lechleitner. In der Kirche von St. Georgen finden Sie Beispiele ältester Tafelmalerei.

Das heutige Hotel zum Löwen wird um 1381 als Gatterhof erwähnt. Er war später im Besitz des Tiroler Adelsgeschlechts der Stachelburger, sie starben im Jahre 1809 aus. Beim Umbau des Hauses in den 30-er Jahren kamen 2 breite und gewölbte Fensternischen, sowie schöne Fresken an der Vorderfront zum Vorschein. Letztere wurden von dem Kunstmaler Erich Torggler liebevoll restauriert.

Ein weiteres, sehr sehenswertes Gebäude ist der an der Talstraße gelegene Tschuppachhof. Er soll nach einer Volkssage ein Hospiz der Tempelritter gewesen sein. Als um 1312 der Orden aufgelöst wurde, kam der Tschuppachhof an die Tiroler Landesfürsten. Diese haben ihn unter anderem als Jagdhaus für ihre Jäger genutzt. Die uralte Kapelle, die zum Hof gehörte wurde 1688 neu erbaut.

Das alte Adelsgeschlecht der Herren von Serfaus starb 1389 aus, und nur wenige Spuren der Burg fand man auf dem sog. Schlosshügel. Hier stand als letzter Rest der alten Burg bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die kleine Kapelle zum hl. Zeno.

Ein besonders schönes Zeugnis rätoromanischer Bauweise ist auch der Dorfbrunnen. Der Brunnentrog sieht aus wie ein rundes Schaff, man nennt ihn daher auch einen „geschaffelten“ Brunnen.

Leider sind diese alten, rätoromanischen Häuser nur nicht mehr oft in ursprünglichem Zustand zu finden. Sie wurden im Laufe der Zeit modernen Gegebenheiten angepasst und haben dadurch ihr Gesicht geändert. Auch wurde das alte Dorfbild durch die Brandkatastrophe von 1942 verändert. Damals brannte ein großer Teil des Ortes bis auf die Grundmauern nieder.

Im 13. Jahrhundert erlosch die rätoromanische Sprache in Serfaus, trotzdem haben sich bis in die heutige Zeit viele alte Familiennamen erhalten, die auf diese Sprache zurückgehen. Der Name Serfaus ist in dieser Form seit dem 16. Jahrhundert überliefert.

Das Christentum kam früh nach Tirol und damit auch nach Serfaus. Dies kann man an der kleinen Kirche zum hl. Zeno sehen. Er war Bischof von Verona, starb bereits 380, und wird seitdem im deutschen Sprachraum hoch verehrt. Erwähnt wurde die Kirche das erst mal 1326, sie geht aber auf sehr viel frühere zeit zurück.

Die Serfauser Madonna soll aus dem Jahre 427 stammen. So belegt es jedenfalls eine Inschrift auf ihrer Rückseite, die allerdings sehr umstritten ist. Vermutlich entstand schon zur Zeit der Völkerwanderung, also im 5. Jahrhundert, eine Wallfahrt in Serfaus in der viele Christen Trost und Hilfe in diesen stürmischen Zeiten suchten.

Um diese Madonna rankt sich eine alte Sage, wonach ein Hölzfäller dieses Heiligenbild in einer Fichte fand.

Die Wallfahrtskirche - Unsere liebe Frau im Walde - liegt mitten im Ort, sie zeigt in ihrem Inneren die Entwicklung der Baustile  durch die Jahrhunderte. Erbaut wurde sie bereits 804,  der alte Taufstein von 1404, und bei der letzten Renovierung um 1960, entdeckte man wunderschöne Fresken aus dem 14. Jahrhundert.

Als Mitte des 18. Jahrhunderts die neue Pfarrkirche restauriert wurde, wollte man die alte Wallfahrtskirche abreißen und das Material zur Restaurierung verwenden. Dies wurde durch den entschiedenen Widerstand der Bevölkerung verhindert.

Die Pfarrkirche wurde 1516 eingeweiht und 1766 barockisiert. Dadurch hat sie viel von ihrer ursprünglichen Schönheit verloren. Schön sind die außerordentlich schwungvoll gemalten Deckenbilder, ganz im Stile der Zeit. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kirche im Stile der Nazarener renoviert wurde, bedeutete dies, dass leider vieles übermalt wurde, was man damals als unsittlich empfand. Aber 1968 wurden die alten Gemälde wieder gereinigt und aufgefrischt, sodass die Kirche sich jetzt wieder im Glanze ihrer barocken Pracht präsentiert.

Der Turm der Pfarrkirche ist freistehend, er wurde der Überlieferung zufolge anstelle eines römischen Wachturms erbaut.

Die Muirenkapelle wurde 1637 von der Serfauser Bevölkerung zum Dank für das Erlöschen der schwarzen Pest errichtet. Schön ist der spätgotische Altar.

Auch die Umgebung von Serfaus ist reich an schönen, teilweise uralten Kirchen, Kapellen und Kunstschätzen. So wie die Kirche von St. Georgen, die liegt über dem Inntal bei Tösens in einer sanften Mulde liegt. Der älteste Teil stammt aus dem 9. , Chor und die offene Kapelle an der Nordseite aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist im Inneren reich geschmückt, alle Wände des Chrobogens sind mit Szenen aus dem Leben der Heiligen bemalt. Diese Malerei hat einen sehr ursprünglichen, bäuerlichen Charakter und dies macht auch einen Großteil ihres Reizes aus.

Hier findet man die älteste Reliquiensammlung Tirols. Diese ist bemerkenswert gut erhalten und geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Aus dem frühen 15. Jahrhundert stammt der bemerkenswerte Reliqueinschrein, eines der wertvollsten und frühesten Kunstwerke Tirols. Er wurde der Kirche von einem römischen Kardinal vermacht, der um 1418 den Ort besuchte und hier schwer erkrankte.

Bemerkenswert sind auch der spätgotische Flügelaltar und der barocke Hochaltar der Kirche.

Die Entwicklung von Serfaus zum Höhenluftkurort begann mit Erzherzog Franz Ferdinand von Habsburg. Er war der Erste, dem das außerordentliche Klima auffiel und er ließ darüber Untersuchungen anstellen.  Diese Ergebnisse waren so einzigartig, dass bald nach dem ersten Weltkrieg mit dem Aufbau des Fremdenverkehrs begonnen wurde. Und auch nach dem 2. Weltkrieg hatte der Ort nichts von seiner Anziehungskraft auf Erholungssuchende verloren. Bereits zu Beginn der 50-er Jahre kamen wieder die ersten Feriengäste nach Serfaus und seitdem entwickelte sich der Ort zu einem internationalen Erholungszentrum.

Dies liegt sicherlich auch daran, dass viele sehr ansprechende Hotels und Pensionen entstanden, deren Ausstattung weit über dem Durchschnitt liegt. Auch in den zahlreichen kleineren Pensionen und Privatquartieren weiß man, was man seinen Gästen schuldig ist und verwöhnt sie mit Freundlichkeit, Komfort und erstklassigem Service. Die Gäste reisen nicht nur aus allen Europäischen Ländern an, sie kommen auch aus Übersee und viele sind seit Jahren Stammgäste die immer wiederkehren. Was könnte mehr für diesen hübschen Ort, seine Gastronomie und die Gastfreundlichkeit seiner Bewohner sprechen.

Im Sommer sind es die Sommerfrischler die hier Erholung suchen, im Winter ist Serfaus durch die vielen gut gepflegten Abfahrten, Pisten, Loipen und Skilifte in unmittelbarer Umgebung, zu einem gut besuchten und beliebten Wintersportzentrum geworden.

Dazu tragen ganz bestimmt auch die vielen gemütlichen Kneipen des Ortes bei in denen man ausgezeichnet Essen und Trinken kann und die zum relaxen und wohl fühlen einladen.

Serfaus immer eine Reise wert - Urlaub in den Bergen - Im Sommer und Winter - Urlaub mit Kind
   






   




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